Einstein und Nietzsche

Hundliches, Allzuhundliches, Menschliches - Sonderbares

von Regula Erni & Hans Zengeler

 

 

"Diese Hunde sind einfach keine normalen Menschen"

Das ist Einstein, ein waschechter, edler Golden Retriever. Er wohnt in der Schweiz, jagt gerne Fische, joggt jeden Tag mit Frauchen und leert täglich den Papiekorb, klaut Besuchern, die es wagen aus ihren Schuhen zu schlüpfen, die Schuhe und trägt sie entweder in seinen Korb oder bringt sie seinem Herrchen, was er als seine vornehmste Aufgabe betrachtet.
nietzsche Das ist Nietzsche, von dem man nicht genau weiß, wie alt er ist (zwischen drei und 5 Jahre), noch welche Rassen an seiner Erschaffung beteiligt waren. Er lebt in Süddeutschland mit seinem Herrchen namens Max, hat Schwierigkeiten mit Nachbarhunden, die allesamt ziemlich arrogant sind und auf den Mischling herabschauen, worüber er (immer seltener allerdings) traurig ist. Er liegt gerne im Garten und träumt sich durch den Tag ...

 

Die Vorgeschichte

"Diese Hunde sind einfach keine normalen Menschen", meinte eine gewisse Frau E. in einer an mich gerichteten Mail, in der sie mir, ohne daß ich sie danach gefragt hätte, ausführlich über Einsteins (was für ein Name für einen Hund!) Charakter und Lebensart berichtet hatte, wobei sie mich abschließend noch allen Ernstes fragte:

> > Weisst du vielleicht, warum Einstein dauernd am
> > Computer hockt?

worauf ich scherzhaft erwiderte

> Keine Ahnung. Vielleicht sucht er eine Freundin übers
Internet?
> z. B. www.single-dogs.ch

und glaubte, die Angelegenheit damit erledigt zu haben, jedoch schien Frau E. dieses Thema immer noch ernst zu nehmen und mailte umgehend zurück

> aber Einstein hat doch eine Freundin, sie heisst Sheila
> oder so änlich und ist eine mächtige Leonbergeri ...
>Andererseits ist auf Einsteins PC ist keine Spachsoftware installiert - wie
> kommunizieren die beiden miteinander? Denn daß sie
>kommunizieren steht fest ...

wozu mir, zugegeben, nichts mehr einfiel, besser gesagt nichts mehr einfallen wollte, denn ich hatte nicht vor, mir Gedanken über kommunizierende Hunde zu machen, was bestimmt auch gelungen wäre, hätte ich nicht kurze Zeit darauf eine Beobachtung gemacht, die mich stark irritierte. Und zwar sah ich den Hund meines Nachbarn auf der Terrasse sitzen, am Tisch, genauer gesagt, in das Notebook seines Herrchens hineinbellend, mit der Pfote über das Touchpad streichend. Ich mußte zwei-, dreimal hinsehen, um mich zu vergewissern, daß ich keinem Trugbild erlag, aber der Hund saß zweifelsfrei da und bellte in einen Computer hinein. Täuschung ausgeschlossen. Und nun fragte ich mich wider Willen doch, ob das etwas zu bedeuten hatte. Und wenn ja, was?

weiter ...

 

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